Die Ausbildung 2016 läuft. Nächster Start 2017.

- Was ist Budotherapie? -

Budotherapie ist ein körper(-psycho-)therapeutischer Ansatz auf der Grundlage traditioneller fernöstlicher Kampf-, Bewegungs- und Heilkünste (jap.: Budo) zur Heilung, Linderung oder Prävention von physischen, psychosomatischen und psychischen Krisen, Störungen, Krankheiten, Behinderungen und Leiden.

Dabei kommen die spezifizierenden Wesenselemente (Bu – Kampf, Do – Weg, Dojo – Ort, Reigi – Ritual, Shitei – Beziehung, und Zen – Meditation) sowie die Prinzipien des Budo (Isho – Ganzheitlichkeit, Onmyodo/Yin-Yang – Dualitäts-Harmonie, Mitsutomoe – Dreigliederung, Shidai – 4-Elemente (Feuer, Erde, Wasser, Luft), Gokyo – 5-Wandlungsphasen (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) und Tokushoku – Wesensgrundlagen) berücksichtigenden Theorien und Praktiken im Kontext störungsspezifischer Behandlungskonzepte in 'Bewegung, Begegnung und Besinnung' zur Anwendung.

Übungen zur psychophysischen und psychoemotionalen Aktivierung, Stärkung und Stabilisierung bei externalisierenden Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen bzw. Lockerung, Entspannung und Beruhigung bei internalisierenden Störungsbildern werden in der Budotherapie in Anlehnung an die Traditionelle Chinesische Medizin und Gesundheitslehre (TCM mit Blick auf Meridiane, „Energielenkung“, Ernährung und taoistische Heilgymnastik) speziell aus dem Repertoire klassischer Budo-Systeme wie z.B. Yoga, Tai Chi, Qi Gong, Kung Fu, Aikido, Karatedo, Shoto Kempo, Kyusho-jutsu oder der Arbeit mit Schwert (Iaido) und Stock (Kobudo, Escrima) ausgewählt und zu einem individuellen Behandlungsprogramm zusammengestellt.

Hier kommen neben speziellen (100 Basis- und weiteren jeweils stiltypischen) Kampfkunstübungen mit Partnern, japanischem „Buddha-Bogen“-Schießen und erlebnispädagogischen Budo-, Kampf-, Bewegungs- und Kooperationsspielen auch fernöstliche Atemübungen, Körperwahrnehmungsübungen, Konzentrations- und Achtsamkeitsübungen, Meditation (Zazen, Kinhin) und körperdynamische Entspannungsverfahren sowie sanfte Berührungen (Reiki) zum Tragen.

Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich in sozial- und psychotherapeutischen Kontexten ambulanter, teil- und vollstationärer klinischer Behandlung, die sich seit Anfang der 1990er Jahre zusehends vor allem in der Kinder- und Jugendpsychiatrie oder der Psychosomatik bewährt haben.

Eine eigenständige budotherapeutische Methode mit besosnders Karatedo-spezifischen Elementen der Übung aufrechter Haltung (Shisei), des inneren und äußeren Kampfes (Kumite), der Stille und Achtsamkeit (Zen) sowie der Form (Kata) findet sich auch in der Integrativen Bewegungstherapie.

Zum Budotherapeuten ausgebildet werden vom Institut für Budopädagogik und -therapie, IfBP, nur durch bereits eineinhalbjährige Berufsqualifizierung zum Budopädagogen© in den wissenschaftlichen Grundlagen (Pädagogik, Psychologie, Sportmedizin) vorgebildete Teilnehmer durch die zusätzliche Vertiefung in den Fachgebieten Physio- und Psychotherapie, Psychiatrie und Psychosomatik. Die Absolventen der darauf aufbauenden einjährigen Zusatzqualifikation werden vom Internationalen Berufsverband der Budopädagogen und -therapeuten, BvBP, vertreten.

Literaturtipp: Budo-Therapie. Die Evokation heilender Effekte in asiatischen Kampfkünsten ... (PDF)