Teilnahmevoraussetzung

Neben den allgemeinen Anforderungen (Kampfkunst, erzieherischer Kontext) ist unbedingte Voraussetzung, eine Einsicht und Bereitschaft zum eigenen Entwicklungsprozess zu haben, verbunden mit einer aufrechten/kämpferischen, aber dem Menschen auf seinem Weg zum persönlichen Frieden dienenden Haltung.


Welche Berufsaussichten haben BudopädagogInnen ?

Nach ihrer sehr intensiven Ausbildung durch hochqualifizierte Mitwirkende, mit Abschluß an einem renommierten Haus (www.institutgauting.de) haben die Absolventen gute bis sehr gute, fraglos bessere Berufs-Chancen als vorher.

Nach ihrer Ausbildung kümmert sich der Berufsverband der Budopädagoginnen und -pädagogen, BvBP (www.bvbp.org) und die Fachaufsicht des Instituts für Budopädagogik, die die beruflichen und berufspolitischen Interessen vertreten, sowohl um die Qualitätssicherung ihrer Mitglieder (z.B. durch Beratung, Betreuung sowie Ressourcen-Vernetzung und fachspezifische Fortbildung) als auch um deren öffentliche „Vermarktung“ (Fachtagungen, Internetpräsenzen, Info- und Werbematerialien, kollegiale Supervision uvm.). Auch arbeitet der Berufsverband an der Aufnahme und der tarifrechtlichen Eingruppierung der neuen Berufsgruppe im BAT.

Viele Absolventen haben sich durch Neu- und Umorientierung eine neue berufliche Perspektive erarbeitet, die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen in der alten Firma (Unternehmen, Einrichtung, Betrieb, Dojo) erreicht (inhaltlich oder auch finanziell, in dem sie interessantere Aufgaben wahrnehmen), bessere Anstellungen in neuen, auf die Budopädagogik bezogenen oder sie berücksichtigenden Arbeitsverhältnissen erhalten oder gar den Sprung in die budopädagogische Selbständigkeit geschafft.

Die Aussichten sind nach alledem, wie die Erfahrungen zeigen, also durchaus gut.

Aber der Erfolg hängt bei aller noch so guten Voraussetzung immer auch vom persönlichen Einsatz und Können jeder / jedes Einzelnen ab. Und so mach eine/r wollte die Ausbildung „nur“ zur Erweiterung der eigenen, persönlichen Sichtweisen und Kompetenzen oder Weiterentwicklung auf dem eigenen Budo-Weg (sich als Weg-Schüler/in begreifend oder -Lehrende/r) ohne jede konkret berufliche Interessen.

Eine Garantie für Irgendwas kann natürlich keiner geben. Eine solche neue Berufssparte (die ersten echten Profis gab es ja erst 2001) muß sich auch auf dem Markt erst noch etablieren. Jede Innovation muß sich bewähren und durchsetzen, die, die sich an ihr beteiligen brauchen dafür notwendigen Mut und Ausdauer. An dieser Etablierung arbeiten die bis dato ausgebildeten Budopäds. quasi als Pioniere der Budopädagogik allerdings mit durchaus vorzeigbarem Erfolg.


Welche Qualität haben die Ausbildung und Professionalität der BudopädagogInnen?

Die bisher (Stand 2013), d.h. seit 1999 in 8 Studienseminaren erfolgreich ausgebildeten Diplom Budopädagogen und -pädagoginnen aus Deutschland und der Schweiz, die ja in der Regel aus pädagogischen, psychologischen und artverwandten Berufen kommen und als höhergraduierte Kampfsportler/KampfkünstlerInnen langjährige Trainer/Lehrer-Erfahrungen mitbringen, sind schon von daher sehr versiert und kompetent in diese Spezialausbildung (berufsqualifizierende Weiterbildung) gegangen und haben hier ihre Kenntnisse und Fähigkeiten dazu noch vertieft und erweitert.

Unter den TeilnemerInnen waren – natürlich neben einigen anderen ausgewählten Bewerbern – auch Weltmeister-, Europa-, Olympia-, World Games-, Wold Cup- und Internationale Deutsche Meister und Meisterinnen, Nationalkadermitglieder und Ausbilder wie Trainer aus der Welt des modernen Kampfsports (wie Karate, Taekwondo, Ju-Jutsu, Arnis /Kali, Escrima) – ebenso wie international anerkannte Grossmeister (mit Renshi-, Kyoshi- oder gar Hanshi-Grad) und etablierte Budo-Lehrmeister und -meisterinnen aus dem Bereich der originären, traditionellen und klassischen Kampfkünste.

Das entsprechende Niveau der TeilnehmerInnen war und ist daher in den meisten Fällen schon vor der 1,5-jährigen Weiterbildung zum Thema bereits sehr hoch und wird durch die lern- und arbeitsintensive, theoretisch-wissenschaftliche wie aktiv-praktische Auseinandersetzung mit dem Fachbereich „Zielgruppenorientierte Kampfkunst-Lehre“ natürlich noch um Einiges ausgebaut.

Hierfür sorgt auch die Qualität der lehrbeauftragten Referenten, die mehrheitlich ausgewiesene Experten auf ihren jeweiligen Gebieten sind (nämlich vom Universitätsprofessoren für Erziehungswissenschaften oder für Soziologie, für Psychologie oder Sportwissenschaften über promovierte Wissenschaftler, Ärzte, Psychiater, Pädagogen und Ethnologen, über Pioniere und Vorbilder der budopädagogischen und -therapeutischen Arbeit, auch praktizierende Budopädagogen und mit dem Thema besonders vertraute Sozial- und Sonderpädagogen, Physiotherapeuten, Heilpraktiker oder Kriminologen, Zen-Lehrer und Mönche bis hin zu renommierten Profis aus Bereichen wie Organisationsberatung und Projektmanagement, Coaching, Supervision sowie Recht oder Politik).

Ein Mangel an Qualifikation und Kompetenz aller an der Ausbildung Beteiligten, also Mitwirkenden wie Absolventen, ist nicht zu befürchten. Bis zu ihrer Diplomierung werden die TeilnehmerInnen jedenfalls intensiv betreut. Und nach ihrer Ausbildung kümmert sich der Berufsverband der Budopädagoginnen und -pädagogen (BvBP) um die Qualitätssicherung ihrer Mitglieder.

Natürlich kann dennoch nicht für alle Absolventen und ihre anschließende budopädagogische Tätigkeit eine Erfolgsgarantie übernommen werden, da auch die „menschliche Seite“ (die individuelle Persönlichkeit des Einzelnen, die per Aufsicht natürlich nicht zu kontrollieren ist) eine Rolle spielt. Die Mitgliedschaft im Berufsverband jedoch verspricht ein Höchstmaß an Transparenz, fachlicher Supervision und somit Seriosität.


Welche Kampfkünste werden von BudopädagogInnen angeboten?

Die wichtigsten großen asiatischen Kampfkunst-Systeme werden von den Budopädagoginnen und -pädagogen vertreten (neben verschiedenen Yoga- und Qi- Gong-Formen), wie z.B. Aikido / Aiki-Jiu-Jitsu / Aikijutsu, Arnis / Escrima / Kali, Hapkido, Iaido, Judo, Ju Jutsu / Jiu-Jitsu, Karate / Karate-do, Kendo, Kenpo / Kempo, Kung Fu / Chuan Fa / Wushu, Taekwondo, Tai Chi Chuan / Taiji.

Aber auch andere, nicht-fernöstliche Kampfkunst-Disziplinen, wie z.B. das afro-brasilianische Capoeira, oder moderne westliche (Misch)-Kreationen, wie z.B. Jiu-Jitsu (Polizei) oder Wendo (Frauen-SV), werden – ausnahmsweise – von einigen Budopäds. im Kontext spezieller Projekte angeboten, sofern sie, soweit möglich, budopädagogischen und -therapeutischen Kriterien angepasst werden.

Ausführliche Liste der vertretenen Systeme/ Stilrichtungen:

  • Aidokan-Budo
  • Aikido (3A, AIKIKAI, AUD, BAD, BDAS, DAB)
  • Aiki-Jiu-Jitsu (Schweiz)
  • Aikijutsu
  • Arnis
  • Balintawak
  • Escrima
  • Capoeira
  • Chen Tai Chi
  • Cheng Man ch'ing Taijiquan
  • Choy Lay Fut
  • Hapkido
  • Iaido
  • Judo
  • Jiu-Jitsu
  • Ju-Jutsu
  • Kali
  • Karate
  • Karatedo
  • Kendo
  • Kenpo
  • Kempo
  • Kung Fu
  • Nam Wah Pai Kung Fu
  • Okinawa Karate
  • Shinson Hapkido
  • Shito-Ryu Karatedo
  • Shotokan Karate (DKB, DJKB, CRB)
  • Shotokan-Kempo-Karate
  • Shoto-Kempo-Ryu Karate Do
  • Shorin-Ryu Karatedo
  • Shorinji-Ryu Karatedo
  • Taekwondo (DTU, ITF-D)
  • Tai Chi Chuan / Taiji
  • Uechi-Ryu Karatedo
  • Ving Chun Kungfu
  • Wado-Ryu Karatedo
  • Wing Tsun Kuen
  • Wushu
  • Wu Tai Chi Chuan
  • Yang Tai Chi
  • Zenkarate

Gibt es neben der umfangreichen Literatur-Liste spezielle, aktuelle Buchtipps "Pro & Contra" ?

Finger weg !

Eine Negativliste der Literatur zum Thema Kampfssport / Budo: Werke, die absolut nicht zu empfehlen sind und besser nicht hätten geschrieben (geschweige denn verbreitet) werden sollen...

Die absolute Nr. 1 der Negativliste:

Goldner: „Fernöstliche Kampfkunst“, 1988 Eine Pseudostudie, nichts als eine profane Hetzkampagne gegen Kampfsport (der nach Willen des Autors verboten werden soll) ist und längst überholte Stammtischvorurteile und bloßes Un- und Falschwissen verbreitet. Alles „Thesen ohne Fundament. (...) Ein Sammelsurium seiner Vorurteile mit angsterzeugenden Appellen.(...) Das Buch schadet der Wissenschaft und den Budokünsten“, so Prof. Dr. M. von Saldern in: Liebrecht (Hrsg.): Karatedo und Gewaltverhalten. Schriften zu den Hintergründen der Budo-Künste Band 2, Landau 1993, S. 123-135, zit. S.133)

Nr. 2 – niveaulos:

Lagast / Liedtke / Tannert: „Unmöglich ist nur eine Meinung. Ratgeber zur Behindertenintegration in den Kampfkünsten“, 2004 Eine niveaulose Hymne der Autoren auf sich selbst, ohne irgendwelche hilfreichen Fakten oder auch nur Tipps zum Thema. Das Heftchen ist überwiegend als bloße Eigenwerbung zu verstehen. Ausführliche Kritik siehe Buchrezension hier: www.socialnet.de/rezensionen/2872.php

Nr. 3 – verzichtbar:

Lumbeck: „Der Weg ist das Ziel. Kampfkunst und neueste Erkenntnisse der Sportmedizin“, 2004 Nichtssagende Plattitüden eines Taekwondo praktizierenden Dr. med. über Do, Zen - oder was er dafür hält - und Sportmedizin. Entbehrliches Halbwissen, unverbundene Daten und individuelle Allerweltsmeinungen in zudem noch sprachlich und schriftlich schlechter, oft fehlerhafter Form, leserunfreundlich dargeboten. Unnötig ärgerlich.

Bitte Lesen !

Eine Positivliste bester Literatur zum Thema Kampfssport / Budo: Werke, die Wichtiges gut abhandeln oder Interessantes thematisieren und als echte Tipps sehr zur aufmerksamen Lektüre empfohlen werden...

Dolin, A.: „Kempo - Die Kunst des Kampfes“, Leipzig 1988 Ein umfang- und lehrreiches Standardwerk zur Geschichte, Theorie und Praxis der fernöstlichen Kampfkünste. Unverzichtbar zum richtigen Verstehen der historischen Entwicklungen, philosophischen Zusammenhänge und technischen Verbindungen der Systeme vom Ursprung bis heute. Ein Muss!

Neumann / von Saldern / Pöhler / Wendt (Hrsg.): „Der friedliche Krieger. Budo als Methode der Gewaltprävention“; Marburg, 2004 Hier räumen die Autoren mit Vorurteilen auf und begründen, je unterschiedlich, an Beispielen und wesentlichen Grundlagen inwieweit Budo einen positiven Beitrag zur Erziehung leisten kann bzw. weisen dezidiert nach, wo dies Kampfkunst bereits geleistet hat und als Budo-Pädagogik (die hier detailliert als neue Methode beschrieben wird) leisten kann. Ein Erstlingswerk seiner Art. Ausführliche Besprechung des richtungweisenden Buches siehe hier: http://www.socialnet.de/rezensionen/1476.php

Grundmann, M.: „Die Niederlage ist ein Sieg. Geist, Tradition und Technik des asiatischen Kampfsports“, Düsseldorf 1983 Das leider längst vergriffene Buch behandelt als eines der ersten auf dem deutschen Buchmarkt dieses Thema ausführlich und weist den geistigen (ausdrücklich originär friedlichen) Hintergrund des Budo nach. Kaum nachzuvollziehen, warum dieses wirklich gute und nach wie vor aktuelle Buch in den letzten 20 Jahren nicht erneut verlegt wurde und nur (was hiermit dringend empfohlen wird) über Antiquariate oder Privatverkäufe zu beziehen ist. Ein Pionierwerk auf seinem Gebiet, sehr lesenswert.