Seit Mitte der 80iger Jahre arbeiteten Pädagogen, Psychologen und Kampfkunstlehrer

unter Federführung des Pädagogen und Budolehrmeisters Dr. Jörg Wolters an einem erziehungs- und sportwissenschaftlich fundierten Unterrichtskonzept, asiatische Kampf- und Bewegungskünste („Budo“) im Kontext erzieherischer, sozialer und therapeutischer Felder einzusetzen. Mit ersten fachspezifischen Fortbildungsreihen für Sozial- und Jugendarbeiter, Sportlehrer, Trainer und Fachübungsleiter, die von den unterschiedlichen Kampfsportverbänden anerkannt oder gar gefördert wurden, entwickelte am Institut für Jugendarbeit Gauting  Dr. Wolters (weltweit Pionier auf diesem Gebiet) schließlich die berufsqualifizierende Weiterbildung zur Budopädagogin / zum Budopädagogen.


Seit  1999 wurde weltweit erst- und einmalig das zunächst in Kooperation mit der „Internationalen Arbeitsgemeinschaft Budo in Pädagogik und Therapie (BPT)“ und später auch dem neu gegründeten Deutschen Institut für Budopädagogik (IfBP) in Stade bei Hamburg angebotene Studienseminar „Budopädagogik“  (bis 2011 in Gauting, seit dem  international über das IfBP) erfolgreich durchgeführt.

Hier wurden die ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die entsprechend der offiziellen Weiterbildungsleitlinien entweder aus erzieherischen und therapeutischen oder artverwandten Berufen kommen und gleichzeitig ausreichende Kampfkunsterfahrung vorweisen oder aber im Kinder- und Jugendtraining tätige und erfahrene Budolehrer sind, in der neuen Disziplin der Budopädagogik theoretisch und praktisch geschult. Durch Fachvorträge, Workshops, Praktika, Hospitationen, Übungen und persönliche Anleitung wurden sie in 9 Wochenendveranstaltungen an insgesamt 31 Tagen berufsbegleitend über 1,5 Jahre qualifiziert, Budo als effektive Methode in Pädagogik (Sozial-, Sonder-, Heil- und Schulpädagogik) und Therapie (Sport-, Körper- und Psychotherapie) oder auch im Coaching (Beratung, Supervision, Management) einzusetzen. Daran wirkten renommierte Wissenschaftler (Professoren, Doktoren und Forscher verschiedener Fachgebiete und Universitäten), anerkannte Experten der fachlichen Nachbar- und Randgebiete sowie erfahrene Praktiker und vor allem auch hochrangige Kampfkunstmeister und Budolehrer mit, die als Referenten die Weiterbildung inhaltlich und konzeptuell untermauern und flankieren.


Thematisch sind neben der Theorie und Praxis des Budo als Weg der persönlichen Schulung durch Bu, Do, Dojo, Reigi, Shitei, Zen (Yoga, Meditation und Spiritualität), der Geschichte und Philosophie der Kampfkünste (Taoismus, Buddhismus, Konfuzianismus), der traditionellen und modernen Lehrmethodik und -didaktik (Ishin-Denshin, Shu-Ha-Ri, Omote-Okuden) auch grundlegende Erkenntnisse aus Sport- und Erziehungswissenschaft, Psychologie, Medizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Soziologie usw. oder erfolgreiches Projektmanagement für die angehenden Budopädagogen zu vermitteln.

Auch vorbildliche Ansätze aus Heimerziehung, Strafvollzug, Psychiatrie, in denen Budo eingesetzt wird, werden vorgestellt und es kommen auch Betroffene (Mitarbeiter und Klienten) zu Wort, um am Ende für ein möglichst umfassendes Wissen und Know how der Teilnehmer zu sorgen. Nach mittlerweile weit über einem Jahrzehnt und fast einem Dutzend erfolgreichen Kursen in Deutschland und Österreich haben die Absolventen, die neben traditionellen Kampf- und Bewegungskünsten auch als erfolgreiche Wettkämpfer (Welt-, Europa- und Internationale Deutsche Meister) oder auch mit Meister- und Großmeister-Graduierungen aus den Systemen Aikido, Judo und Ju-Jutsu, Karatedo, Taekwondo, unterschiedlichstes Kung Fu / Wushu und Tai Chi, Hapkido, Kendo und Iaido, Arnis/Esrima/Kali etc. nahezu alle asiatischen Budo-Kampfkünste vertreten, dank ihres Abschlusses als Budopädagogin oder Budopädagoge ihre berufliche Tätigkeiten und Perspektiven deutlich verbessern und sich auf dem Markt als professionelle Pädagogen, Coaches und Therapeuten etablieren können.


Fast alle Absolventen arbeiten erfolgreich in der Jugend- und Verbandsarbeit auf ihrem Spezialgebiet und bieten entweder Kurse an wie z.B. „Aikido mit Blinden“, „Karatedo gegen Gewalt“, „Judo in der Jugendpsychiatrie“, „Zen für Kinder mit ADS-Störung“ oder „WT für Missbrauchsopfer“ oder arbeiten effektiver in Schule, Gefängnis oder Heim, oder sie richten im Sportverband gezielt besondere Lehrgänge für Kinder und Jugendliche aus, beraten soziale Einrichtungen und coachen als Personaltrainer in großen Unternehmen oder haben eigene Dojo mit besonderer Ausrichtung in Hinblick auf systematische Persönlichkeitsförderung durch Budo gegründet. Organisiert sind viele in dem eigenen Berufsverband der Budopädagoginnen und Budopädagogen (BvBP e.V.), der ihre berufspolitischen Interessen international auf dem Arbeitsmarkt vertritt und mit dem Institut für Budopädagogik auch für die Qualitätssicherung und -fortschreivbung sorgt. Zahlreiche Veröffentlichungen dokumentieren, dass sich die Budopädagogik als eine besondere Methode neben den Nachbardisziplinen der Erlebnispädagogik und Sozialen Sporttherapie vor allem innerhalb der Jugend- und Sozialarbeit bewährt hat und sich zunehmend etabliert. Die Nachfrage an derart qualifizierten Pädagogen steigt kontinuierlich – im In- und Ausland.


Mit dem 7. Durchgang (2011-2013) wird die Weiterbildung nur noch ausschließlich vom Internationalen Institut für Budopädagogik (IfBP) bzw. dem Begründer und Fachlichen Leiter aller Weiterbildungen, Dr. J.-M. Wolters, verantwortet und als einziger Anbieter und Veranstalter in Europa durchgeführt. Seit 2010 wird „Budopädagogik“ auch im Diplom-Sozialpädagogik-Lehrgang in Linz, Österreich, angeboten; eine berufsqualifizierende  Weiterbildung (nach deutschem Vorbild) läuft in Österreich seit 2011.

Seit 2011 werden auch Budopädagogen der zweiten Stufe ausgebildet, die ihrerseits als besonders qualifizierte Referenten nunmehr maßgeblich auch an den Fort-, Aus- und Weiterbildungen und Fach-Veranstaltungen der Budopädagogik mitwirken.