Lernorganisation

Die Weiterbildung ist in themenzentrierte Kurseinheiten gegliedert, in denen die grundlegenden Bausteine der Budopädagogik erarbeitet, bearbeitet und weiterentwickelt werden. Fachvorträge aus Forschung und Praxis des Budo und der Wissenschaften zu einzelnen Themenschwerpunkten ergänzen die Gruppen-, Partner- und Einzelarbeiten, in denen systematisch und zielorientiert unter Anleitung der Ausbildungsleiter die Lerninhalte vertieft werden.

Der Transfer in die eigene berufliche und budospezifische Praxis wird durch Übungseinheiten, supervidierte Lehrsituationen sowie themen- und zielgruppenspezifische Praxisberichte von Experten unterstützt.

Die Weiterbildung bezieht daneben aber auch (der Idee des Budo folgend) ritualisierte Abläufe und Übungen der Kontemplation, z.B. regelmäßiges ZaZen und Kata mit ein. Hierzu wird in einem Dojo bzw. insofern in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter traditionell miteinander gelernt, geübt, trainiert, gelebt. Insbesondere hat sich hier die Zusammenarbeit mit der Kampfkunst-Akademie Stade, dem Shoto-Kempo-Kai Honbu Dojo, als ein „intensiver Lernort“ bewährt; ebenso mit anderen traditionellen Budo-Dojos (vorzugsweise von Budopädagogen). Noch intensivere Erfahrungen einer Lern-, Arbeits- und Übungs-Gemeinschaft Gleichgesinnter sind in „Wolterssons Budoborg“, Südschweden, möglich. Hier können – auf Wunsch der Teilnehmer - in einer Intensivwoche drei andere Seminarwochenenden und deren Thematik auf gearbeitet werden.

Die Weiterbildung mit einem Umfang von insgesamt etwa 250 Unterrichtsstunden an 31 Tagen ist als berufsbegleitende Maßnahme für einen Zeitraum von 1 ½ Jahren konzipiert, die sich arbeitnehmerfreundlich über drei Kalenderjahre erstreckt (Ausnutzung dreimaligen Bildungsurlaubs).

In diesem Zeitraum finden in der Regel 9 Kurseinheiten statt, bisher :

  • 5 Wochenendseminare (3-Täger: Freitag-Nachmittag bis Sonntag-Mittag)
  • 2 verlängerte Wochenendseminare (4-Täger: Donnerstag-Nachmittag bis Sonntag-Mittag)
  • 2 verlängerte Praxisseminare (4-Täger: Donnerstag-Nachmittag bis Sonntag-Mittag) in der Kampfkunst-Akademie des Instituts für Budopädagogik in Stade (bei Hamburg)
  • 1 abschließendes Wochen-Kolloquium (4-Täger: Donnerstag-Nachmittag bis Sonntag-Mittag)

Während des Kurses können auf Wunsch oder bei dringendem Bedarf Veranstaltungsorte auch wechseln oder Serminarteile und -inhalte alternativ in intensiven Blockveranstaltungen zusammengefasst werden.


Leistungsnachweise

Neben der durchgängigen Teilnahme am praktischen Unterricht (Präsenzpflicht) und der schriftlichen Vor- und Nachbereitung der einzelnen Seminarteile sowie engagierter Mitarbeit sind ferner zu erbringen:

  • die Vorbereitung eines Referates anhand selbstausgewählter Literatur
  • die Abfassung einer schriftlichen Abschlussarbeit (Umfang etwa 30-50 Seiten)
  • Präsentation der Abschlussarbeit und Darbietung einer Performance beim Abschlusskolloquium

Zertifikat

Die Weiterbildung wird durch das Institut für Budopädagogik mit einer Urkunde (nebst Leistungsbeschreibung der Maßnahme) und Bestätigung des Berufsverbandes zertifiziert.


Träger

ist das Institut für Budopädagogik, vertreten durch den Leiter Dr. J.-M. Wolters.


Veranstaltungsorte

Die einzelnen Veranstaltungen werden, je nach Kurs in unterschiedlicher Gewichtung, an verschiedenen Tagungsorten und in der Kampfkunst-Akademie Stade (bei Hamburg) und/oder in der „Wolterssons Budoborg“, der internationalen Dependance in Südschweden, durchgeführt. Die einzelnen Orte werden in jedem Kurs in Abhängigkeit mit der Auswahl der aktuellen Referenten festgelegt und variieren daher in den verschiedenen Kursreihen


Konzeption

Dr. phil. Jörg-Michael Wolters, Erziehungswissenschaftler und Universitätsdozent für Sozialpädagogik, ist als Budoka mit über 30-jähriger Erfahrung als Karatelehrmeister (Shoto-Kempo-Ryu Soke) der Begründer der Budopädagogik. Er ist als Fachlicher Leiter der Weiterbildung seit 1999 verantwortlich tätig.

Dr. Wolters erforscht seit 1985 die Auswirkungen von Kampfkunst in der Pädagogik und in der / als Therapie und entwickelte, leitete und evaluierte unterschiedliche Budo-Projekte vor allem im Bereich Heimerziehung, Strafvollzug, Sozialtherapie und Jugendpsychiatrie.

Laut Budo-Lexikon ist der international ausgezeichnete Großmeister (Karatedo Hanshi, 6.DAN Karatedo, 6.DAN Kempo) einer der „Wegbereiter des Karate in Deutschland“ und des Einsatzes von „Kampfkunst gegen Gewalt“. Er leitet das Institut für Budopädagogik und die ihm angeschlossenen Kampfkunst-Akademie in Stade und sitzt dem Aufsichtsrat des 2001 gegründeten Berufsverbandes der Budopädagogen und -pädagoginnen (BvBP) vor.